Satsang
Satsang (Sanskrit, m., सत्सङ्ग, satsaṅga, Hindi, m., सत्संग , satsaṅg, von sat = wahr, sanga = Umgang) bezeichnet in der indischen Philosophie und in den daraus abgeleiteten spirituellen Lehren ein Zusammensein von Menschen, die durch gemeinsames Hören, Reden, Nachdenken und Versenkung in die Lehre nach der höchsten Einsicht streben. Speziell im Advaita Vedanta gilt es als notwendig, dass man die als Wahrheit bezeichnete Lehre hört und sie reflektiert.
Definition
Insbesondere bezeichnet „Satsang“ ein Zusammentreffen mit einem spirituellen Lehrer („Guru“, „Meister“), der als „erleuchtet“ oder „erwacht“ gilt.
Zum Teil verbinden die heute im Westen zahlreich anzutreffenden Lehrer auch traditionelle östliche Lehren mit modernen psychologischen Methoden. Während des Satsangs stellen die Schüler in der Regel Fragen, auf die der Lehrer antwortet. Satsangs können außerdem auch Elemente wie kurze Vorträge des Meisters, gemeinsame Meditation, Rezitation oder Ähnliches enthalten.
Der Sinn des Satsangs besteht nicht in erster Linie in der Vermittlung einer „Lehre“ (insofern ist der Begriff „Lehrer“ missverständlich), sondern darin, dass die Schüler durch das unmittelbare Erleben der Präsenz des Lehrers in einer Art Resonanz-Phänomen selbst zur Erfahrung ihrer ursprünglichen Natur gelangen sollen. Die Gemeinschaft mit anderen Suchenden soll dabei zusätzlich unterstützend wirken.
Betrachte dein Selbst:
Reglos auf höchstem Gipfel steht es
Zur Wahrheit erwacht. Nichts Zweites neben ihm.
Wie erlangt sich Erkenntnis: wie wird Erlösung?
Und wie wird Verlangenslosigkeit erreicht? –
Das sage mir o Herr!
ASHTAVAGRA spricht:
„Alles ist nur spielend Gebilde.
Das Selbst ist frei in Ewigkeit“ –
Wer solches erkennt , - ein Weiser –
Müht er sich wie ein töricht Kind?
„Das Selbst ist Brahman“ –
So über Werden wie Entwerden als
über Spiel-gebilde entscheidend, -
Was kennt der Wunschlose?
Wer frei vom „mein“,
frei vom „Ich“-Tun
Über sich und Welt „nicht-irgend-etwas“
als Urteil erkannte,
Wem alle Wünschen und Hoffen hinfiel, -
Was spricht er und was tut er?
Auch wenn er handelt, handelt er nicht.
Auch wenn er spricht, spricht er nicht.
„Dies da: mein Ich – ist nicht mein Ich“ –
So schwinden die Zweifel. „Alles ist mein Selbst“ –
So entscheidet der Yogin, der verstummt.
Wem im Aufgang des Erwachens zur Wahrheit
Sein Schwindel wie Traum wird, -
Seligkeit allein ist seine Form –
Anbetung ihm, befriedetem Strahlenglanze!
aus der Ashtavagra-Gita