Die Wirkung von Yoga-Asanas
Allgemeine Wirkungsweise der Asanas
Die Wirkungen der Asanas des Yogasystems sind in ihrem Ausmaß, speziell aus der Sicht der westlichen Medizin, nur schwer
zu erfassen. Trotzdem gibt es einige augenscheinliche und in Studien auch belegte Wirkungen von Yoga Asanas auf den Organismus. Auf Grund der Fülle an Wirkungen, soll hier nur ein allgemeiner
Überblick über die Funktionsweise der Asanas und ihre physiologischen Effekte gegeben werden.
Muskelaufbau
Relativ leicht spür- und erfahrbar ist die Stärkung der Muskulatur, die sich bei regelmäßigem Üben einstellt. Dabei ist es die Zunahme der roten, oxidativen Muskelfasern, die eine empfundene
gesteigerte Ausdauerfähigkeit hervorrufen. Ein wichtiger Aspekt des Praktizierens von Yoga Asanas ist - bei einem ausgewogenen und vollständigen Übungs-programm - die Beanspruchung vieler
unterschiedlicher Muskelgruppen und dadurch auch das Trainieren von im Alltag kaum beanspruchten Muskeln.
Gezieltes Üben kann zudem vorhandene Muskeldysbalancen ausgleichen.
Stärkung des Skeletts
Eine ähnliche Wirkung ist auch für das Skelett zu verzeichnen. Um dem natürlichen Knochenabbau, entgegen zusteuern, bzw. ihn in Grenzen zu halten, ist es erforderlich, durch Belastung den Aufbau von
Knochensubstanz zu fördern, da alle Knochen auf Druck-, Zug-, Dreh- und Schubkräfte mit dem Einbau entsprechender Zellen in das Knochengerüst reagieren.
Erhalt/Förderung der Beweglichkeit
Wie die Muskeln und Knochen, werden auch die Gelenke beim Ausführen von Yoga Asanas beansprucht. Bei korrekter und achtsamer Ausführung geschieht dies in einem Maß, das den Gelenken nicht schadet,
aber ihre funktionellen Eigenschaften fördert oder zumindest erhält. Auch hierbei ist die Vielfalt wieder von entscheidender Bedeutung, da sämtliche Gelenke des Körpers nicht nur beansprucht, sondern
auch in die unterschiedlichen Richtungen gebeugt oder gedreht werden. Die Beweglichkeit wird zudem gefördert durch die Dehnung, welche Bänder und Muskeln in den jeweiligen Stellungen erfahren.
Besondere Vorsicht und Achtsamkeit ist hierbei bei verspannten Muskeln von Nöten, da Dehnung den Muskel zwar entspannen kann, eine zu starke Dehnung aber eine verstärkte innere Spannung des Muskels
als Reaktion hervorruft.
Herz-/ Kreislaufwirkungen
Längerfristige positive Auswirkungen auf den Kreislauf und die Herztätigkeit können vor allem Yoga-Kriyas, also Abfolgen von Yoga-Asanas wie beispielsweise der Sonnengruß erzielen. Auswirkungen auf
den Blutdruck erzeugen in erster Linie Umkehrhaltungen, so sollten vor allem Menschen mit niedrigem Blutdruck regelmäßig entsprechende Asanas ausführen, Menschen mit Hypertonie sollte hingegen
Vorsicht walten lassen. Eine weiterer positiver Effekt der Umkehrhaltungen ist die entstauende Wirkung auf die Venen.
Wirkung auf Organe und Verdauungsapparat
Die Beeinflussung des Verdauungsapparats und der abdominalen inneren Organe ist in der Regel auf die veränderten Druckverhältnisse zurückzuführen, wodurch in erster Linie die Magen-Darm-Motorik
angeregt wird. Auch die inneren Organe oder endokrine Drüsen (s. u.) des Bauchraums werden durch die mechanische Beeinflussung stimuliert.
Wirkung auf das Drüsen-/Hormonsystem
Diverse Asanas (sogenannte Mudras) haben eine spezielle Wirkung auf das Drüsensystem bzw. auf bestimmte endokrine Drüsen. Auch wenn die westliche Medizin diesem Effekt – beispielsweise die
Beeinflussung der Schilddrüsenfunktion in Sarvanga Asana – 'heftig widerspricht' (Spingelhoff, 2003), ist der Einfluss von Yoga Asanas auf das Drüsensystem in yogischen Kreisen
unstrittig.
Wirkung auf Prana (Energiefluss)
Nicht zu unterschätzen, wenn auch mit westlicher Methodik nicht messbar, ist die Wirkung auf den Fluss des Prana. Zum einen werden durch die Asanas Spannungen und Blockaden gelöst, welche dem Prana
einen ungehinderten Fluss verwehren, zum anderen spielt die Atmung, die die Aufnahme der pranischen Energie steuert, in allen Asanas eine zentrale Rolle. So genannte Haathenas beispielsweise sind
Asanas, die die Atmung in bestimmte Lungenregionen 'zwingen', was sich somit auch auf den Energiefluss in der zugehörigen Körperregion auswirkt.
Psychische und spirituelle Wirkung
Jede Asana wirkt in spezieller Weise auf unseren Geist und unser Bewusstsein. Eine Grund-voraussetzung hierfür ist die Achtsamkeit, die man sowohl während der Übung, als auch in der darauf folgenden
'Erholungs- und Nachspürphase' beibehalten sollte. Dies ist einer der wichtigsten und grundlegendsten Aspekte des Praktizierens von Yoga Asanas!
Quelle:
Uwe Rossnagel
rossnagel[at]web-yoga.de
Wenn Sie diesem Link folgen, können Sie sich unter der Rubrik "meist gelesen" über die Wirkungen der einzelnen Asanas informieren: www.Yoga-Welten.de